Neulich war ich aus Versehen glücklich. Das ist die Art von Glück, die man nicht herbeirufen kann, sondern die einem zufällig passiert.
Ich saß beim Mittagspäuschen inmeinem Wohnzimmer, blätterte in einer Zeitschrift, aß ein Brötchen vom Vollkorn-Lieblingsbäcker und naschte vom Rest Kartoffelsalat. Draußen knallte die Sonne an einem kalten Tag vom Himmel und erleuchtete die Orchideen auf dem Fensterbrett.
Zur Abwechslung hatte ich mal keine Sätze am Start, die mit "Ich sollte", "Ich müsste", "Warum" oder "Wie" anfangen. Ich dachte eigentlich nur: "Das Schinkenbrötchen schmeckt ja echt total geil zu dem Kartoffelsalat!", da passierte es.
Ich war glücklich. Nicht so'n bißchen, sondern kristallklar, knallermäßig glücklich, so, dass man dann kurz lachen muss.
Ich dachte an die Millionen Menschen, die gerade irre Energien, Geld, Drogen usw. einsetzen, um auch nur viertel so glücklich zu sein wie ich, oder an die, die von Ruhm, Schönheit und arschteuren Urlaubszielen träumen (jaja, mach ich auch manchmal). Und da sitz ich, mampf ein Brötchen, picke mit der Gabel Kartoffelsalat aus einem Plastikeimer, gucke auf die Orchideen und bin glücklich. Mit großem G. Dabei habe ich Kopfschmerzen und sonst immer was zu denken. Siehe oben.
Ich hab das manchmal, ganz unerwartet. Die Sonne fällt in einem bestimmten Winkel in einen Baum, tausende Grüntöne leuchten auf. Und ich denk: Man! Ich darf das sehen! oder auf meinem MP3-Player kommt genau das richtige Lied, und ich denke: Hahaha! Ihr wißt alle gar nicht, wie geil das gerade ist!!
Ich wünsche das jedem, diese Fähigkeit, und wenn ich jetzt diesen Glückwunschkarten-Satz sage, müsst ihr mir das vergeben, aber die kommen ja nicht von ungefähr auf so'ne hohe Auflage:
Achtet auf die kleinen Dinge. Das sind Geschenke für euch vom Universum.
Mittwoch, 20. November 2013
Dienstag, 22. Oktober 2013
Aktion, Reaktion, Funktion oder: Das Let It Be-Prinzip
Tief unter meiner komplizierten Schale bin ich ein einfacher Mensch. Ich weiß Einfachheit zu schätzen. Daher mag ich technische Dinge, da geht es um das Funktionsprinzip: Eine Kraft wird investiert, in eine Maschine mit einer Funktion gesteckt, und das Ergebnis ist gewollt und bekannt. Sehr entspannend. Diese Maschinen werden zu bestimmten Zwecken gebaut, die dann jeder kennt. Wenn sie mal kaputt sind, kann man sie reparieren oder ersetzen, und schon gibt es wieder das gewollte Resultat.
Im Leben passieren aber oftmals Dinge, die diesem Funktionsprinzip gar nicht zu entsprechen scheinen. Unlogische, doofe, sinnlose Dinge. Oder, noch schrecklicher, komplett bedeutungslose Dinge.
Es könnte dir zum Beispiel passieren, dass du eine Person triffst, bei der du dir sicher bist, dass du sie aus einem früheren Leben kennst. Das muss doch was bedeuten? Da gibt es doch eine Botschaft vom Universum, eine gemeinsame Aufgabe?
Du hast zu viele amerikanische Spielfilme gesehen. Das kann passieren und garnix heißen. Oder vielleicht verliebst du dich in irgendwen und denkst: Herrje, was'n jetzt? Da stimmte wohl irgendwas nicht mit meinem Leben, da muss ich alles umschmeißen? Was will das Schicksal mir damit sagen?
Oder man erhält irgendein Wissen oder einen Gegenstand, den/das man für sich nützen könnte oder oder oder. Das "Schicksal" (fette Anführungszeichen) hat dir einen Ball zugespielt, das hat eine Bedeutung, und du musst reagieren. LOS!
Oder nämlich nicht. Ich halte es inzwischen durchaus für möglich, dass ein weiser Mann namens John Lennon recht hatte, der meinte: "Let it be". Lass es sein, wie es ist. Und gut.
Aber das ist hart. man will eine Beduetung in den Dingen sehen, die passieren, da sie ja auch so besonders wirken. Uuuh, geheimnisvoll, schicksalhaft, dramatisch, und nach dem Tääätäää! ist das Spotlight auf dich gerichtet und du sitzt da wie das sprichwörtliche Kaninchen und denkst: "???".
Dann beginnt das Interpretieren, das Gedankenkreiseln, das Abchecken der Optionen. Und es kommt nur Scheiße bei raus. Keine Message, keinen tollen Lösungen - und: Keine Bedeutung. Schlimm, ne? Es erfordert einen große Willensanstrengung, etwas einfach als gegeben zu akzeptieren und daran nicht herumzudoktorn, keine Konsequenzen zu ziehen. Nämlich dann, wenn alle Signale auf Rot stehen, und alles in deinem Kopf dir zuruft: Nö, las mal, alles Sackgassen. Bleib, wo du bist, let it be. Kein einfaches Funktionsprinzip, einfach ein blöder Zufall, wie es ihn wahrscheinlich millionenfach gibt. Schicksal ist eine Erfindung von Schnulzensängern aus den Fünfzigern!
Das ist eine weitere Lernstunde des Universums: Akzeptieren, das etwas, was dir wichtig erscheint, bedeutunglos ist und keine Handlungen und Ideen dich da weiter oder raus bringen.
Der erleuchtete Prinz Siddartha aka Buddha hat sich da bestimmt schon mal einen Kopf drum gemacht, vielleicht sollten wir da mal nachlesen. Bis dahin: Schalten Sie auch nächstes Mal wieder ein, wenn es heißt: "Schicksal? Geh mir vom Hals mit dem Mist".
Im Leben passieren aber oftmals Dinge, die diesem Funktionsprinzip gar nicht zu entsprechen scheinen. Unlogische, doofe, sinnlose Dinge. Oder, noch schrecklicher, komplett bedeutungslose Dinge.
Es könnte dir zum Beispiel passieren, dass du eine Person triffst, bei der du dir sicher bist, dass du sie aus einem früheren Leben kennst. Das muss doch was bedeuten? Da gibt es doch eine Botschaft vom Universum, eine gemeinsame Aufgabe?
Du hast zu viele amerikanische Spielfilme gesehen. Das kann passieren und garnix heißen. Oder vielleicht verliebst du dich in irgendwen und denkst: Herrje, was'n jetzt? Da stimmte wohl irgendwas nicht mit meinem Leben, da muss ich alles umschmeißen? Was will das Schicksal mir damit sagen?
Oder man erhält irgendein Wissen oder einen Gegenstand, den/das man für sich nützen könnte oder oder oder. Das "Schicksal" (fette Anführungszeichen) hat dir einen Ball zugespielt, das hat eine Bedeutung, und du musst reagieren. LOS!
Oder nämlich nicht. Ich halte es inzwischen durchaus für möglich, dass ein weiser Mann namens John Lennon recht hatte, der meinte: "Let it be". Lass es sein, wie es ist. Und gut.
Aber das ist hart. man will eine Beduetung in den Dingen sehen, die passieren, da sie ja auch so besonders wirken. Uuuh, geheimnisvoll, schicksalhaft, dramatisch, und nach dem Tääätäää! ist das Spotlight auf dich gerichtet und du sitzt da wie das sprichwörtliche Kaninchen und denkst: "???".
Dann beginnt das Interpretieren, das Gedankenkreiseln, das Abchecken der Optionen. Und es kommt nur Scheiße bei raus. Keine Message, keinen tollen Lösungen - und: Keine Bedeutung. Schlimm, ne? Es erfordert einen große Willensanstrengung, etwas einfach als gegeben zu akzeptieren und daran nicht herumzudoktorn, keine Konsequenzen zu ziehen. Nämlich dann, wenn alle Signale auf Rot stehen, und alles in deinem Kopf dir zuruft: Nö, las mal, alles Sackgassen. Bleib, wo du bist, let it be. Kein einfaches Funktionsprinzip, einfach ein blöder Zufall, wie es ihn wahrscheinlich millionenfach gibt. Schicksal ist eine Erfindung von Schnulzensängern aus den Fünfzigern!
Das ist eine weitere Lernstunde des Universums: Akzeptieren, das etwas, was dir wichtig erscheint, bedeutunglos ist und keine Handlungen und Ideen dich da weiter oder raus bringen.
Der erleuchtete Prinz Siddartha aka Buddha hat sich da bestimmt schon mal einen Kopf drum gemacht, vielleicht sollten wir da mal nachlesen. Bis dahin: Schalten Sie auch nächstes Mal wieder ein, wenn es heißt: "Schicksal? Geh mir vom Hals mit dem Mist".
Donnerstag, 11. Juli 2013
Die Macht der Vergangenheit
Im Spiegel lächtelt dich ein selbstbewußter Mensch an. Du bist über 40, und hast dir endlich erkämpft, dass du weißt, wer du bist, was du kannst, was dir gut tut und was nicht.
Du hast Freunde, vielleicht einen Partner, eigentlich magst du dich so, wie du bist. Du bist selbstsicher und läßt dir nicht mehr so schnell in die Suppe spucken.
Aber in dir wohnt noch die Vergangenheit. Sie kommt manchmal zurück, vielleicht in Form eines Exfreundes, den du in der Stadt siehst, der Stalker. Keine reale, aktuelle Gefahr mehr, aber plötzlich überfällt dich die Hilflosigkeit von früher wieder. Alle können sagen: Ach, der tut nix mehr. Warum sind dann Angst und Scham noch so lebendig?
Manchmal ist es eine Kombination aus Erinnerungen und aktuellen Gefühlen, die dir deine Beine wegsäbelt. Ohne Warnung. Jemand, den du gerne magst, der meldet sich nicht, das heißt aber gar nichts, denn der hat ja viel zu tun. Dein böses Gehirn flüstert dir eine Fußnote zu: Und du stehst ja auf der Prioritätenliste viel weiter unten, als du geträumt hast.
Dann eine Erinnerung: Eine Féte, du warst Teenie. Das war lustig. Musik, was zu rauchen, Leute. Tatsächlich warst du teilweise so weggeschellert, dass du nicht mehr viel weißt von der Nacht.
Doch. Jetzt, wo du nachts wachliegst, fällt es dir wieder ein: Du hast, als du schlafen wolltest, wachgelegen. Denn eigentlich warst du nur Zaungast in diesem bunten Treiben. Die anderen waren cooler, hübscher, mutiger. Die hatten auch den Mut, mal Jemanden anzulabern. Jemanden aufzureißen. Aber du, du warst ja so... unsichtbar. Der Beobachter.
Mal hart formuliert: In der Nacht hatten wahrscheinlich alle Sex, außer mir. Es war nicht so, dass ich nicht wollte. Mir schien bloß der Eintritt in diese Welt verwehrt, wegen meines Selbstbewußtseins. Ich lag da in meinem Schlafsack, ich konnte die anderen hören. Ich bin gestorben damals, ich habe geheult, mich scheiße gefühlt. Und dann, 30 Jahre später, kommt das Gefühl zurück.
Warum zu Geier? Ich dachte, ich wäre hier sicher. Ich habe einen Partner, der mich liebt, ich kann es in seinen Augen sehen. Warum hat das diese Macht über mich, dass ich heule, als würde ich wieder in diesem Schlafsack liegen? Ich bin da drüber. Ich weiß, so blöd seh ich gar nicht aus.
Ein Teil von mir will unbedingt in die Zeit zurück und mir selbst zuflüstern: Vergiß doch deine blöde Brille. Vergiß, was deine Mutter gesagt hat, dein Vater, der blöde Cousin deiner Freundin. Der hat nämlich, als ich in den eine Woche verschossen war, mal meine Brille abgenommen, mich gemustert, dann einfach nur verneinend den Kopf geschüttelt und mir die Brille zurückgegeben. Danke, Wichser, sage ich heute. Damals eher so: Ach, es liegt gar nicht an der Brille. Mein Gesicht ist scheiße.
Aber ich mache es nicht ungeschehen, und es tut einen kurzen Moment so weh wie früher. Niemand gibt mir die Jugend zurück mit ihren Möglichkeiten und Gelegenheiten, die ich nie genutzt habe. Ich-kann-es-nicht-ändern.
Ich muss mich einfach beruhigen, denn die Gegenwart muss ich nicht ändern. Die ist gut, wie sie ist, und dafür bin ich dankbar. Wenn die Vergangenheit mit klammen Fingern nach mir greift, habe ich Freunde, die mir helfen können. Ich muss Fremden nicht gefallen, schon gar nicht solchen, die mich nicht auf ihrem Zettel haben. Der kleine, wuselige, bebrillte Teenager in mir ist immer noch da, und ich habe keine Ahnung, warum die Vergangenheit noch so eine Macht hat.
Aber das geht vorbei. Wie die Jugend.
Du hast Freunde, vielleicht einen Partner, eigentlich magst du dich so, wie du bist. Du bist selbstsicher und läßt dir nicht mehr so schnell in die Suppe spucken.
Aber in dir wohnt noch die Vergangenheit. Sie kommt manchmal zurück, vielleicht in Form eines Exfreundes, den du in der Stadt siehst, der Stalker. Keine reale, aktuelle Gefahr mehr, aber plötzlich überfällt dich die Hilflosigkeit von früher wieder. Alle können sagen: Ach, der tut nix mehr. Warum sind dann Angst und Scham noch so lebendig?
Manchmal ist es eine Kombination aus Erinnerungen und aktuellen Gefühlen, die dir deine Beine wegsäbelt. Ohne Warnung. Jemand, den du gerne magst, der meldet sich nicht, das heißt aber gar nichts, denn der hat ja viel zu tun. Dein böses Gehirn flüstert dir eine Fußnote zu: Und du stehst ja auf der Prioritätenliste viel weiter unten, als du geträumt hast.
Dann eine Erinnerung: Eine Féte, du warst Teenie. Das war lustig. Musik, was zu rauchen, Leute. Tatsächlich warst du teilweise so weggeschellert, dass du nicht mehr viel weißt von der Nacht.
Doch. Jetzt, wo du nachts wachliegst, fällt es dir wieder ein: Du hast, als du schlafen wolltest, wachgelegen. Denn eigentlich warst du nur Zaungast in diesem bunten Treiben. Die anderen waren cooler, hübscher, mutiger. Die hatten auch den Mut, mal Jemanden anzulabern. Jemanden aufzureißen. Aber du, du warst ja so... unsichtbar. Der Beobachter.
Mal hart formuliert: In der Nacht hatten wahrscheinlich alle Sex, außer mir. Es war nicht so, dass ich nicht wollte. Mir schien bloß der Eintritt in diese Welt verwehrt, wegen meines Selbstbewußtseins. Ich lag da in meinem Schlafsack, ich konnte die anderen hören. Ich bin gestorben damals, ich habe geheult, mich scheiße gefühlt. Und dann, 30 Jahre später, kommt das Gefühl zurück.
Warum zu Geier? Ich dachte, ich wäre hier sicher. Ich habe einen Partner, der mich liebt, ich kann es in seinen Augen sehen. Warum hat das diese Macht über mich, dass ich heule, als würde ich wieder in diesem Schlafsack liegen? Ich bin da drüber. Ich weiß, so blöd seh ich gar nicht aus.
Ein Teil von mir will unbedingt in die Zeit zurück und mir selbst zuflüstern: Vergiß doch deine blöde Brille. Vergiß, was deine Mutter gesagt hat, dein Vater, der blöde Cousin deiner Freundin. Der hat nämlich, als ich in den eine Woche verschossen war, mal meine Brille abgenommen, mich gemustert, dann einfach nur verneinend den Kopf geschüttelt und mir die Brille zurückgegeben. Danke, Wichser, sage ich heute. Damals eher so: Ach, es liegt gar nicht an der Brille. Mein Gesicht ist scheiße.
Aber ich mache es nicht ungeschehen, und es tut einen kurzen Moment so weh wie früher. Niemand gibt mir die Jugend zurück mit ihren Möglichkeiten und Gelegenheiten, die ich nie genutzt habe. Ich-kann-es-nicht-ändern.
Ich muss mich einfach beruhigen, denn die Gegenwart muss ich nicht ändern. Die ist gut, wie sie ist, und dafür bin ich dankbar. Wenn die Vergangenheit mit klammen Fingern nach mir greift, habe ich Freunde, die mir helfen können. Ich muss Fremden nicht gefallen, schon gar nicht solchen, die mich nicht auf ihrem Zettel haben. Der kleine, wuselige, bebrillte Teenager in mir ist immer noch da, und ich habe keine Ahnung, warum die Vergangenheit noch so eine Macht hat.
Aber das geht vorbei. Wie die Jugend.
Dienstag, 4. Juni 2013
Mein Verstand ist manchmal schlauer als ich
Eines der großen Rätsel der Menschheit ist für mich, warum und wie wenig die einzelnen Bestandteile des Menschen miteinander klarkommen. Wenigstens ist das bei mir ab und an so.
Man nehme mal meinen Verstand. Ist eigentlich ein recht schlaues Kerlchen, ohne eingebildet zu sein (he he). Kann sich manchmal aber auch nicht so richtig durchsetzen.
Man nehme ein Beziehungsdrama aus grauer Vorzeit. Der Verstand teilt gerade den Emotionen mit, der Ex-Freund sei ein ganz mieses Arschloch, dem man nicht nachtrauern und von dem man sich ab sofort fernhalten muss. Die Emotionen hören aufmerksam zu wie junge Dackel, die auf einen Snack warten. Dann -zack!- sind sie weg und setzen sich bei besagtem Arschloch auf die Fußmatte. War ja doch auch schön, irgendwie, alles, oder? Da kann man ja noch ein Weilchen bleiben.
Manchmal verzieht sich der Verstand auch, wenn Emotionen und Hormone sich an den Händen fassen und um ihn herumtanzen wie kleine Pariser Straßendiebe, die einem ans Geldtäschchen wollen. Dann sagt er: "Boah, das ist mir hier zu trubelig, ich bin mal eben weg." Nicht sehr fair. Die lieben Kleinen sollten nicht unbeaufsichtigt rumlaufen, die stellen nur Blödsinn an. Hinterher muss man wieder Vorträge halten und keiner hört so richtig zu.
Bestimmt liegt darin ein tieferer Sinn verborgen, den das Universum, also manche sagen Gott, da hineingewoben hat. Verschließt sich mir in den meisten Stunden des Tages und der Nacht zwar völlig, aber vielleicht ist es auch sowas Schlichtes wie: "Ach komm, dann wird's wenigstens nicht langweilig." oder "Lerne, den Ausgleich zu finden". Na toll, Leute, ich muss auch Geld verdienen und essen und so, wofür soll ich denn noch alles Zeit haben?
Die meiste Zeit geht ja auch alles gut, dann sitzen Verstand und Emotionen zusammen im Kinosessel und basteln ironische Kommentare. Wie diesen hier. Meine Umgebung ist sehr lebensfreundlich mit Partner und guten Freunden, die die kleine, ausgelassene Meute an Gefühlen manchmal besser im Zaun halten können als der eigene Verstand, der derweil die jeweilige Situation genau erfasst hat, alles glasklar analysiert und sagt: "Hey Leute, ich durchschaue alles! Ihr seid ja manchmal ganz schön bescheuert!". Wenn die lieben Kleinen dann beleidigt heulend durch die Gegend rennen und sich gegenseitig die Köppe einhauen, will aber keiner so recht eingreifen. Da heißt es dann: Verstand, du bist an der Reihe. Lenk die mal ab. Setzt dich endlich mal durch!
Man nehme mal meinen Verstand. Ist eigentlich ein recht schlaues Kerlchen, ohne eingebildet zu sein (he he). Kann sich manchmal aber auch nicht so richtig durchsetzen.
Man nehme ein Beziehungsdrama aus grauer Vorzeit. Der Verstand teilt gerade den Emotionen mit, der Ex-Freund sei ein ganz mieses Arschloch, dem man nicht nachtrauern und von dem man sich ab sofort fernhalten muss. Die Emotionen hören aufmerksam zu wie junge Dackel, die auf einen Snack warten. Dann -zack!- sind sie weg und setzen sich bei besagtem Arschloch auf die Fußmatte. War ja doch auch schön, irgendwie, alles, oder? Da kann man ja noch ein Weilchen bleiben.
Manchmal verzieht sich der Verstand auch, wenn Emotionen und Hormone sich an den Händen fassen und um ihn herumtanzen wie kleine Pariser Straßendiebe, die einem ans Geldtäschchen wollen. Dann sagt er: "Boah, das ist mir hier zu trubelig, ich bin mal eben weg." Nicht sehr fair. Die lieben Kleinen sollten nicht unbeaufsichtigt rumlaufen, die stellen nur Blödsinn an. Hinterher muss man wieder Vorträge halten und keiner hört so richtig zu.
Bestimmt liegt darin ein tieferer Sinn verborgen, den das Universum, also manche sagen Gott, da hineingewoben hat. Verschließt sich mir in den meisten Stunden des Tages und der Nacht zwar völlig, aber vielleicht ist es auch sowas Schlichtes wie: "Ach komm, dann wird's wenigstens nicht langweilig." oder "Lerne, den Ausgleich zu finden". Na toll, Leute, ich muss auch Geld verdienen und essen und so, wofür soll ich denn noch alles Zeit haben?
Die meiste Zeit geht ja auch alles gut, dann sitzen Verstand und Emotionen zusammen im Kinosessel und basteln ironische Kommentare. Wie diesen hier. Meine Umgebung ist sehr lebensfreundlich mit Partner und guten Freunden, die die kleine, ausgelassene Meute an Gefühlen manchmal besser im Zaun halten können als der eigene Verstand, der derweil die jeweilige Situation genau erfasst hat, alles glasklar analysiert und sagt: "Hey Leute, ich durchschaue alles! Ihr seid ja manchmal ganz schön bescheuert!". Wenn die lieben Kleinen dann beleidigt heulend durch die Gegend rennen und sich gegenseitig die Köppe einhauen, will aber keiner so recht eingreifen. Da heißt es dann: Verstand, du bist an der Reihe. Lenk die mal ab. Setzt dich endlich mal durch!
Montag, 3. Juni 2013
Wenn Du das System erkennst, kannst Du es besiegen?
Das Menschen nicht gleich sind, habt Ihr bestimmt selbst schon gemerkt. Es gibt halt immer die hübscheren, besseren, erfolgreicheren Leute. Drauf geschissen. Für ne Ex-Brillenschlange, die sich als Kind mit unsichtbaren Wesen unterhalten hat, hab ich mich ganz gut geschlagen.
Es gibt auch Menschen, die sind besonders charmant. Die gibts als Kinder, das nennt man dann "Sonnenscheinchen", weil dann selbst tendenziell eher genervte Nichtmütter sagen: "Also, der ist ja mal goldig!".
Gibts auch als Erwachsene.Werden als "Sympath" bezeichnet. Kommen mit fast Jedem gleich gut klar, sind im Nu im Gespräch mit Fremden, funkeln dich mit ihren Augen an, als gäbe es nur dich im Universum. Und da sollte dann mal eine Stimme aus dem Off "Vorsicht!" sagen.
Per se wirkt das auch ungeschlechtlich. Männer werden in den Bann einer charmanten männlichen Person gezogen, einfach weil sie denken: "Waoh! Das ist ja mal ein Netter, und wir haben gleich so viel gemeinsam!". Frauen können da gerne mal ins Schleudern geraten, weil sie das Charmante mit dem berühmten Funken verwechseln, der zwischen Menschen überspringen kann. Herrje, dabei funkelt er alle so an! Nicht unbedingt berechnend, aber vollautomatisch.
Charme ist ja nix Böses, wenn er nicht ganz bewußt eingesetzt wird. Aber er macht es auch schwierig, den wahren Kern einer Person zu erkennen. Ist er jetzt besonders gut drauf oder ist der immer so? Warum fühlt es sich so vertraut an, wenn wir uns unterhalten? Kannste nicht sagen, ist unter einer Tonne Charme verborgen. Wenn dir die Vertrautheit dann fehlt, oder wenn du denkst, du bist was besonderes für diese Person, dann schüttel dich dreimal wie ein Bär nach dem Winterschlaf und schrei dich an: "HALLOOO!!! AUFWACHEN!!!".
Jetzt den Kontakt abzubrechen oder solche Personen total zu vermeiden, wäre blöd. Die sind super auf Parties und man kann sich ganze Nächte witzige Geschichten erzählen. Aber wenn du zu emotionalen Reaktionen und krassen Gemütszuständen neigst, vielleicht auch zu odinshühnchen-artigem Gedankenkreiseln, schlicht, wenn du zu viel fühlst und denkst, dann, ja dann...
...keine Ahnung. Hm. Hau ab. Zu spät? Bastel eine große, solide, verschnörkelte Holztür und versteck darin alle deine Gefühle und Gedanken. Wenn du besagte charmante Person siehst, dann beobachte alle Anderen, die sich um Sympath scharen, um "sein Freund zu sein". Und dann spiegel ihn. Sei einfach nett und plaudrig. Ihr werdet Gemeinsames finden, klar, dein Gegenüber ist Profi. Es gibt ja immer irgendeinen Schwank, der passt. Oder sei Zuschauer. Und das war es. Zynisch? Vielleicht. Kommt der Punkt, wo man Charme von Freundschaft unterscheiden kann? Da hab ich keinen Blassen. Nur so viel: Lass Dich nicht (ent-) täuschen. Ob das klappt?
Keine Ahnung.
Es gibt auch Menschen, die sind besonders charmant. Die gibts als Kinder, das nennt man dann "Sonnenscheinchen", weil dann selbst tendenziell eher genervte Nichtmütter sagen: "Also, der ist ja mal goldig!".
Gibts auch als Erwachsene.Werden als "Sympath" bezeichnet. Kommen mit fast Jedem gleich gut klar, sind im Nu im Gespräch mit Fremden, funkeln dich mit ihren Augen an, als gäbe es nur dich im Universum. Und da sollte dann mal eine Stimme aus dem Off "Vorsicht!" sagen.
Per se wirkt das auch ungeschlechtlich. Männer werden in den Bann einer charmanten männlichen Person gezogen, einfach weil sie denken: "Waoh! Das ist ja mal ein Netter, und wir haben gleich so viel gemeinsam!". Frauen können da gerne mal ins Schleudern geraten, weil sie das Charmante mit dem berühmten Funken verwechseln, der zwischen Menschen überspringen kann. Herrje, dabei funkelt er alle so an! Nicht unbedingt berechnend, aber vollautomatisch.
Charme ist ja nix Böses, wenn er nicht ganz bewußt eingesetzt wird. Aber er macht es auch schwierig, den wahren Kern einer Person zu erkennen. Ist er jetzt besonders gut drauf oder ist der immer so? Warum fühlt es sich so vertraut an, wenn wir uns unterhalten? Kannste nicht sagen, ist unter einer Tonne Charme verborgen. Wenn dir die Vertrautheit dann fehlt, oder wenn du denkst, du bist was besonderes für diese Person, dann schüttel dich dreimal wie ein Bär nach dem Winterschlaf und schrei dich an: "HALLOOO!!! AUFWACHEN!!!".
Jetzt den Kontakt abzubrechen oder solche Personen total zu vermeiden, wäre blöd. Die sind super auf Parties und man kann sich ganze Nächte witzige Geschichten erzählen. Aber wenn du zu emotionalen Reaktionen und krassen Gemütszuständen neigst, vielleicht auch zu odinshühnchen-artigem Gedankenkreiseln, schlicht, wenn du zu viel fühlst und denkst, dann, ja dann...
...keine Ahnung. Hm. Hau ab. Zu spät? Bastel eine große, solide, verschnörkelte Holztür und versteck darin alle deine Gefühle und Gedanken. Wenn du besagte charmante Person siehst, dann beobachte alle Anderen, die sich um Sympath scharen, um "sein Freund zu sein". Und dann spiegel ihn. Sei einfach nett und plaudrig. Ihr werdet Gemeinsames finden, klar, dein Gegenüber ist Profi. Es gibt ja immer irgendeinen Schwank, der passt. Oder sei Zuschauer. Und das war es. Zynisch? Vielleicht. Kommt der Punkt, wo man Charme von Freundschaft unterscheiden kann? Da hab ich keinen Blassen. Nur so viel: Lass Dich nicht (ent-) täuschen. Ob das klappt?
Keine Ahnung.
Mittwoch, 17. April 2013
Vampirluder oder: Kultur kommt oft in kleinen Stiefeln
Neulich hatte ich das Vergnügen, mit ein paar Freunden in ein kleines Theater zu gehen, um "Dracula" zu sehen. Die Schauspieler waren mir bereits größtenteils aus "Othello" bekannt.
Nun ist ja die ganze Vlad Dracul- und Vampirgeschichte nichts Neues und aus Film, Fernsehen und viel zu vielen Büchern bekannt. Der Vampir steht dabei, würde ich mal schätzen, für die dunkle, machtvolle Seite der Sexualität. Blut, Verzauberung, kleiner Tod, die Nummer.
Der männliche Vampir sollte daher sexy und bedrohlich sein, geheimnisvoll und unwiderstehlich. Ja ja, ziemlich viele Anforderungen an einen Sterblichen, aber als Vlad Dracul musse das im Business schon bringen.
Heftig für Schauspieler. Der örtliche Vampir hatte mir als Jargo in Othello gut gefallen, gemein und elegant hatte er die geschliffenen Texte vom alten Shakespeare dargebracht. Arroganz kann der. Und wie! Gemeinheit, Eleganz und Arroganz stehen auch einem Dracula gut zu Gesicht. Allerdings war dieser Schauspieler zwar hübsch anzuschauen, aber auch recht klein und irgendwie...putzig. Lange schwarze Haare und schmales Gesicht sind für meinen Geschmack nicht verkehrt und auch in Gruftkreisen gerne gesehen. Grinsen musste ich bei den kleinen hochhackigen Stiefelchen, mit denen unser Graf da über die Bühne wetzte. Auf die Gefahr hin, in irgendeiner Schublade zweifelhafter Bezeichnung zu landen - das gefiel mir. Warf ihn aber auch in seiner Bedrohlichkeit leicht zurück, wenn man, bzw Frau eher denkt: "Grrr.. die Stiefel darfste anlassen", anstatt "Huch, vor dem fürcht ich mich so." Gary Oldman, also wenn der verstrahlt über die blaue Sonnenbrille linste, da ging einem echt der Arsch auf Grundeis. Und gleichzeitig so: Seufz.
Schauspielleistung war okay, auch wenn man den konzentrierten Blick in die Ferne, wenn er gerade keine Text hatte, dann schnell schon kannte. Arroganz 1, Geheimnisvolle Ausstrahlung 2-, Körperbau beim Ausziehen der Vampirbluse 4 mit Rücksicht auf die Eltern. Mit dem süßen Gesicht und den kleinen Stiefel aber schon eher ein Vampirluder als der Fürst der Finsternis. Aber ich will man nicht zu kritisch sein: Das Ganze war schon recht stimmig. Auch solche Vampire darf es geben.
Die anderen Schauspieler trugen ihren kleinen Meister wunderbar durch die Aufführung, klasse war der Irre, der mit sichtlicher Spielfreude agierte und der vom vorigen Stück her nicht widerzuerkennen war.
Und der Meister? Der muss uns noch beweisen, ob er was anderes kann als leicht verstrahlte, arrogante Typen. Könnte ja rein theoretisch sein, dass der so ist und gar nicht schauspielert. Aber so gemein will ich nicht denken, deswegen ist er auf Bewährung. Allein schon wegen der Stiefel.
Nun ist ja die ganze Vlad Dracul- und Vampirgeschichte nichts Neues und aus Film, Fernsehen und viel zu vielen Büchern bekannt. Der Vampir steht dabei, würde ich mal schätzen, für die dunkle, machtvolle Seite der Sexualität. Blut, Verzauberung, kleiner Tod, die Nummer.
Der männliche Vampir sollte daher sexy und bedrohlich sein, geheimnisvoll und unwiderstehlich. Ja ja, ziemlich viele Anforderungen an einen Sterblichen, aber als Vlad Dracul musse das im Business schon bringen.
Heftig für Schauspieler. Der örtliche Vampir hatte mir als Jargo in Othello gut gefallen, gemein und elegant hatte er die geschliffenen Texte vom alten Shakespeare dargebracht. Arroganz kann der. Und wie! Gemeinheit, Eleganz und Arroganz stehen auch einem Dracula gut zu Gesicht. Allerdings war dieser Schauspieler zwar hübsch anzuschauen, aber auch recht klein und irgendwie...putzig. Lange schwarze Haare und schmales Gesicht sind für meinen Geschmack nicht verkehrt und auch in Gruftkreisen gerne gesehen. Grinsen musste ich bei den kleinen hochhackigen Stiefelchen, mit denen unser Graf da über die Bühne wetzte. Auf die Gefahr hin, in irgendeiner Schublade zweifelhafter Bezeichnung zu landen - das gefiel mir. Warf ihn aber auch in seiner Bedrohlichkeit leicht zurück, wenn man, bzw Frau eher denkt: "Grrr.. die Stiefel darfste anlassen", anstatt "Huch, vor dem fürcht ich mich so." Gary Oldman, also wenn der verstrahlt über die blaue Sonnenbrille linste, da ging einem echt der Arsch auf Grundeis. Und gleichzeitig so: Seufz.
Schauspielleistung war okay, auch wenn man den konzentrierten Blick in die Ferne, wenn er gerade keine Text hatte, dann schnell schon kannte. Arroganz 1, Geheimnisvolle Ausstrahlung 2-, Körperbau beim Ausziehen der Vampirbluse 4 mit Rücksicht auf die Eltern. Mit dem süßen Gesicht und den kleinen Stiefel aber schon eher ein Vampirluder als der Fürst der Finsternis. Aber ich will man nicht zu kritisch sein: Das Ganze war schon recht stimmig. Auch solche Vampire darf es geben.
Die anderen Schauspieler trugen ihren kleinen Meister wunderbar durch die Aufführung, klasse war der Irre, der mit sichtlicher Spielfreude agierte und der vom vorigen Stück her nicht widerzuerkennen war.
Und der Meister? Der muss uns noch beweisen, ob er was anderes kann als leicht verstrahlte, arrogante Typen. Könnte ja rein theoretisch sein, dass der so ist und gar nicht schauspielert. Aber so gemein will ich nicht denken, deswegen ist er auf Bewährung. Allein schon wegen der Stiefel.
Donnerstag, 7. März 2013
Satellite of Love
Das Universum habe ich zuletzt als zunehmend verwirrend empfunden. Es passiert viel zu viel gleichzeitig, Veränderungen im Zeitraffer, garniert mit kleinen Merkwürdigkeiten.
Früher gab es öfter mal Phasen mit merkwürdigen Zufällen, so was wie, ich will gerade jemanden anrufen, da klingelt das Telefon. Haben viele schon mal erlebt. Das nenne ich oft Gedankenradio. Aber auch Zufälle wie: Man will in Berlin zu einem Konzert. Per Mitfahrzentrale gerät man in einen uralten Mercedes voller schräger Gestalten und singt gemeinsam "Satellite of Love" von Lou Reed, besonders das "Bong bong bong" im Hintergrund. Als man in Berlin einreitet, läuft einem auf einer großen Kreuzung der Sänger des Konzerts vor das Auto, wegen dem man dort ist. Aprupter Stop, der besagte Typ drückt erschrocken seine Hand auf die Motorhaube, als hätte er die Karre damit stoppen können, und verschwindet auf der anderen Straßenseite. Okay, wie bescheuert ist das denn. Wie viel Einwohner und Besucher hat Berlin, die einem stattdessen vor die Karre hätten laufen können?
Ich will sagen, das Universum ist nicht so einfach nur so Tisch-Stuhl-mäßig physikalisch vorhanden, da stecken Mechanismen und Zusammenhänge und Ebenen dahinter, von denen wir immer nur kleine Ecken aufblitzen sehen. Da kann mir jetzt gerne einer eine Paranoia bescheinigen, wenn's Euch Spaß macht, davon habe ich aber nicht weniger Recht.
Es gibt Phasen großer Umwälzungen, und wir befinden uns gerade in einer solchen. Die Kommunikation der Menschen untereinander ändert sich im Zeitraffer. Das kann Illusionen oder Irtümer hervorrufen, wie etwa, wenn wir uns nur noch über Facebook mit Menschen verbinden und denken, wir können als Pseudoschwarmwesen existieren. Wir sind keine Schwarmwesen. Wir sind Individuen, wir sind allein. Die Ebene, auf der wir alle verbunden sind, ist uns nicht direkt zugänglich, jedenfalls nicht über ein Internetportal. Es ist schön, sich an einem einsamen Arbeitsalltag als Selbstständige allein zu Hause mit anderen Witze und Songs zu schicken, aber wir dürfen nicht vergessen, dass wir uns nicht von dieser Pseudonähe einlullen lassen dürfen.
Wir müssen die Änderungen in der Welt, politische und menschliche, genau beobachten. Es ist einfach, sich hierhin zurückzuziehen, wo ich auch gerade sitze, und sich nur das herauszusuchen, was einem Spaß macht. Geht mit offenen Augen durch die Welt, bestaunt ihre Buntheit, seht das Tiefschwarze, und versucht, das alles schätzen zu lernen. Die Zufälle, die Witze auf Facebook, aber eben auch darauf zu achten, wer was in Eurer Nähe von Euch braucht.
Das war das Wort zum Sonntag. Vorsicht auf Kreuzungen.
Früher gab es öfter mal Phasen mit merkwürdigen Zufällen, so was wie, ich will gerade jemanden anrufen, da klingelt das Telefon. Haben viele schon mal erlebt. Das nenne ich oft Gedankenradio. Aber auch Zufälle wie: Man will in Berlin zu einem Konzert. Per Mitfahrzentrale gerät man in einen uralten Mercedes voller schräger Gestalten und singt gemeinsam "Satellite of Love" von Lou Reed, besonders das "Bong bong bong" im Hintergrund. Als man in Berlin einreitet, läuft einem auf einer großen Kreuzung der Sänger des Konzerts vor das Auto, wegen dem man dort ist. Aprupter Stop, der besagte Typ drückt erschrocken seine Hand auf die Motorhaube, als hätte er die Karre damit stoppen können, und verschwindet auf der anderen Straßenseite. Okay, wie bescheuert ist das denn. Wie viel Einwohner und Besucher hat Berlin, die einem stattdessen vor die Karre hätten laufen können?
Ich will sagen, das Universum ist nicht so einfach nur so Tisch-Stuhl-mäßig physikalisch vorhanden, da stecken Mechanismen und Zusammenhänge und Ebenen dahinter, von denen wir immer nur kleine Ecken aufblitzen sehen. Da kann mir jetzt gerne einer eine Paranoia bescheinigen, wenn's Euch Spaß macht, davon habe ich aber nicht weniger Recht.
Es gibt Phasen großer Umwälzungen, und wir befinden uns gerade in einer solchen. Die Kommunikation der Menschen untereinander ändert sich im Zeitraffer. Das kann Illusionen oder Irtümer hervorrufen, wie etwa, wenn wir uns nur noch über Facebook mit Menschen verbinden und denken, wir können als Pseudoschwarmwesen existieren. Wir sind keine Schwarmwesen. Wir sind Individuen, wir sind allein. Die Ebene, auf der wir alle verbunden sind, ist uns nicht direkt zugänglich, jedenfalls nicht über ein Internetportal. Es ist schön, sich an einem einsamen Arbeitsalltag als Selbstständige allein zu Hause mit anderen Witze und Songs zu schicken, aber wir dürfen nicht vergessen, dass wir uns nicht von dieser Pseudonähe einlullen lassen dürfen.
Wir müssen die Änderungen in der Welt, politische und menschliche, genau beobachten. Es ist einfach, sich hierhin zurückzuziehen, wo ich auch gerade sitze, und sich nur das herauszusuchen, was einem Spaß macht. Geht mit offenen Augen durch die Welt, bestaunt ihre Buntheit, seht das Tiefschwarze, und versucht, das alles schätzen zu lernen. Die Zufälle, die Witze auf Facebook, aber eben auch darauf zu achten, wer was in Eurer Nähe von Euch braucht.
Das war das Wort zum Sonntag. Vorsicht auf Kreuzungen.
Dienstag, 5. März 2013
Licht an, verdammte Hacke...
Ich hatte Euch ja vom Zombietrain erzählt, dieser muckelige Wagen voller Selbstzufriedenheit in heimelig-sonnengelben Licht, wo man vom Geräusch der Räder auf den Schienen so angenehm wegduselt. So kommt es mir in der Retrospektive jedenfalls vor, seit ich an dieser Station ausgestiegen bin.
Leben, ja, yeahrock'n'roll und so, aber warum immer von allem zu viel oder zu wenig? Jemand hat an der verdammten Station das Licht ausgeknipst, und ich stehe mit Herzklopfen da und denke "Nanu, war das jetzt richtig? Bin ich eigentlich verrückt, aus diesem kuscheligen Zug auszusteigen?".
Nee, ich erzähle jetzt nicht das Gegenteil von dem, was ich in "Zombietrain" gebloggt habe. Aber ich warne Euch. Gefühlschaos kann anstrengend sein, wenn man nicht weiß, wo dabei eigentlich die Reise hingehen soll. Einen Tag fühlst Du dich wie zwanzig, verarscht dich aber selbst mal wieder, weil Du längst über 40 bist und der Sensenmann mit fiesem Geräusch vor sich hinpfeifend schon den Wetzstein über die Klinge zieht. Du bist über 40, und Du wirst drei Dinge nicht mehr tun: Jemanden ganz bekloppt machen vor Verliebtheit, ein völlig neues und überraschendes Leben anfangen und die Welt mit Deiner Kunst begeistern. Leider, leider, träumst Du vielleicht genau davon, während Du an der götterverlassenen Station der Zombietrain Corporation stehst und versuchst, Deinen Mantel enger um dich zu wickeln, weil es gewaltig um die Ecken pfeift.
Dabei hast Du Freunde und eine Welt, die Du dein Zuhause nennen darfst. Wie um alles in der Welt bist Du drauf, damit nicht zufrieden zu sein? Wer glaubst Du, das Du bist? Wann hört das Herzklopfen wieder auf? Sind das alles nur Hormone?
Eine Seelenverwandte sagte mal zu mir: "Man ist niemals ganz vollständig". Wie wahr. Wie kommst Du jetzt mit all den neu gewonnenen Erkenntnissen und Gefühlen klar?
Keine Ahnung, man. Ich denke, es geht ums Überleben, das haben wir über die Bildschirmdiagonale unserer Flachbildschirme vergessen. Mir wird das bestimmt gelingen, aber ich hatte vergessen, wie holprig die Reise sein kann. Gute Fahrt.
Leben, ja, yeahrock'n'roll und so, aber warum immer von allem zu viel oder zu wenig? Jemand hat an der verdammten Station das Licht ausgeknipst, und ich stehe mit Herzklopfen da und denke "Nanu, war das jetzt richtig? Bin ich eigentlich verrückt, aus diesem kuscheligen Zug auszusteigen?".
Nee, ich erzähle jetzt nicht das Gegenteil von dem, was ich in "Zombietrain" gebloggt habe. Aber ich warne Euch. Gefühlschaos kann anstrengend sein, wenn man nicht weiß, wo dabei eigentlich die Reise hingehen soll. Einen Tag fühlst Du dich wie zwanzig, verarscht dich aber selbst mal wieder, weil Du längst über 40 bist und der Sensenmann mit fiesem Geräusch vor sich hinpfeifend schon den Wetzstein über die Klinge zieht. Du bist über 40, und Du wirst drei Dinge nicht mehr tun: Jemanden ganz bekloppt machen vor Verliebtheit, ein völlig neues und überraschendes Leben anfangen und die Welt mit Deiner Kunst begeistern. Leider, leider, träumst Du vielleicht genau davon, während Du an der götterverlassenen Station der Zombietrain Corporation stehst und versuchst, Deinen Mantel enger um dich zu wickeln, weil es gewaltig um die Ecken pfeift.
Dabei hast Du Freunde und eine Welt, die Du dein Zuhause nennen darfst. Wie um alles in der Welt bist Du drauf, damit nicht zufrieden zu sein? Wer glaubst Du, das Du bist? Wann hört das Herzklopfen wieder auf? Sind das alles nur Hormone?
Eine Seelenverwandte sagte mal zu mir: "Man ist niemals ganz vollständig". Wie wahr. Wie kommst Du jetzt mit all den neu gewonnenen Erkenntnissen und Gefühlen klar?
Keine Ahnung, man. Ich denke, es geht ums Überleben, das haben wir über die Bildschirmdiagonale unserer Flachbildschirme vergessen. Mir wird das bestimmt gelingen, aber ich hatte vergessen, wie holprig die Reise sein kann. Gute Fahrt.
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