Mittwoch, 20. November 2013

Aus Versehen glücklich

Neulich war ich aus Versehen glücklich. Das ist die Art von Glück, die man nicht herbeirufen kann, sondern die einem zufällig passiert.

Ich saß beim Mittagspäuschen inmeinem Wohnzimmer, blätterte in einer Zeitschrift, aß ein Brötchen vom Vollkorn-Lieblingsbäcker und naschte vom Rest Kartoffelsalat. Draußen knallte die Sonne an einem kalten Tag vom Himmel und erleuchtete die Orchideen auf dem Fensterbrett.

Zur Abwechslung hatte ich mal keine Sätze am Start, die mit "Ich sollte", "Ich müsste", "Warum" oder "Wie" anfangen. Ich dachte eigentlich nur: "Das Schinkenbrötchen schmeckt ja echt total geil zu dem Kartoffelsalat!", da passierte es.

Ich war glücklich. Nicht so'n bißchen, sondern kristallklar, knallermäßig glücklich, so, dass man dann kurz lachen muss.

Ich dachte an die Millionen Menschen, die gerade irre Energien, Geld, Drogen usw. einsetzen, um auch nur viertel so glücklich zu sein wie ich, oder an die, die von Ruhm, Schönheit und arschteuren Urlaubszielen träumen (jaja, mach ich auch manchmal). Und da sitz ich, mampf ein Brötchen, picke mit der Gabel Kartoffelsalat aus einem Plastikeimer, gucke auf die Orchideen und bin glücklich. Mit großem G. Dabei habe ich Kopfschmerzen und sonst immer was zu denken. Siehe oben.

Ich hab das manchmal, ganz unerwartet. Die Sonne fällt in einem bestimmten Winkel in einen Baum, tausende Grüntöne leuchten auf. Und ich denk: Man! Ich darf das sehen! oder auf meinem MP3-Player kommt genau das richtige Lied, und ich denke: Hahaha! Ihr wißt alle gar nicht, wie geil das gerade ist!!

Ich wünsche das jedem, diese Fähigkeit, und wenn ich jetzt diesen Glückwunschkarten-Satz sage, müsst ihr mir das vergeben, aber die kommen ja nicht von ungefähr auf so'ne hohe Auflage:

Achtet auf die kleinen Dinge. Das sind Geschenke für euch vom Universum.

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